Private Krankenversicherung (PKV)

Ob sich eine private Krankenversicherung für Sie eignet, hängt von Ihrer beruflichen Situation, Ihrem Gesundheitszustand und Ihrer Lebensplanung ab. Wir prüfen mit Ihnen die Voraussetzungen, vergleichen Tarife verschiedener Versicherer und erläutern, welche Absicherung zu Ihrer Situation passt.

Wer in die PKV wechseln kann

  • Angestellte, deren Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt
  • Beamte, in der Regel über eine Kombination aus Beihilfe und PKV-Restkostenversicherung
  • Selbstständige und Freiberufler, unabhängig vom Einkommen

Für gesetzlich Versicherte unterhalb der JAEG ist ein Wechsel in die Vollversicherung der PKV in der Regel nicht möglich; hier kommen ergänzend private Zusatzversicherungen in Betracht.

Gesundheitsprüfung und Risikovoranfrage

Der Abschluss einer PKV setzt eine Gesundheitsprüfung voraus. Bestehende Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder in Einzelfällen zur Ablehnung führen. Über eine anonyme Risikovoranfrage lässt sich vorab und ohne Offenlegung Ihrer Identität klären, wie ein Versicherer eine bestimmte Vorerkrankung einstufen würde — das schützt vor unnötigen Ablehnungsvermerken bei mehreren Anbietern.

Leistungen und Selbstbehalt

PKV-Tarife unterscheiden sich deutlich im Leistungsumfang — von Basistarifen bis zu Tarifen mit Chefarztbehandlung und Einbettzimmer. Über einen vereinbarten Selbstbehalt lässt sich der monatliche Beitrag senken; im Gegenzug tragen Sie im Behandlungsfall einen größeren Anteil der Kosten selbst. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von Ihrer finanziellen Situation und Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.

Beitragsentwicklung und Alterungsrückstellungen

PKV-Beiträge sind nicht auf Lebenszeit festgeschrieben und können sich mit steigendem Alter und steigenden Gesundheitskosten erhöhen. Zum Ausgleich bilden Versicherer sogenannte Alterungsrückstellungen, Rücklagen, die spätere Beitragssteigerungen dämpfen sollen. Ein Tarifvergleich sollte deshalb nicht nur den Einstiegsbeitrag, sondern auch die langfristige Beitragsstabilität des jeweiligen Versicherers berücksichtigen.

Tarifwechsel innerhalb der PKV

Ein Wechsel des Tarifs beim bestehenden Versicherer ist nach § 204 VVG grundsätzlich ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich. Die bereits erworbenen Alterungsrückstellungen bleiben dabei erhalten. Ein Wechsel zu einem anderen Versicherer bedeutet dagegen in der Regel eine neue Gesundheitsprüfung und den Verlust bisheriger Rückstellungen.

GKV oder PKV — was passt zu Ihnen?

Diese Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab: Ihrem aktuellen und erwarteten Einkommen, Ihrer familiären Situation (in der GKV sind Kinder und nicht erwerbstätige Ehepartner beitragsfrei mitversichert, in der PKV nicht automatisch), Ihrem Gesundheitszustand und Ihrer beruflichen Perspektive. Wir gehen diese Punkte mit Ihnen gemeinsam durch, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Rückkehrmöglichkeiten in die GKV

Der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nach einem PKV-Wechsel nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, etwa beim Sinken unter die JAEG als Angestellter, ab einem bestimmten Alter nur noch eingeschränkt. Das sollte vor einem PKV-Wechsel mitbedacht werden, insbesondere bei familiärer Planung.

 

Häufige Fragen zur privaten Krankenversicherung

Ab welchem Einkommen kann ich in die PKV wechseln?

Als Angestellter, sobald Ihr Bruttojahreseinkommen die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt. Selbstständige und Freiberufler können unabhängig vom Einkommen wechseln.

Werden meine Kinder in der PKV automatisch mitversichert?

Nein, anders als in der GKV benötigt jedes Familienmitglied einen eigenen PKV-Vertrag mit eigener Gesundheitsprüfung.

Kann ich später wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurück?

Nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei sinkendem Einkommen unterhalb der JAEG oder in bestimmten Lebenssituationen. Nach dem 55. Lebensjahr ist ein Rückweg in der Regel praktisch ausgeschlossen.

Was passiert mit meinem Beitrag, wenn ich älter werde?

Alterungsrückstellungen sollen Beitragssteigerungen im Alter dämpfen, eine vollständige Beitragsstabilität garantiert das nicht. Die tatsächliche Entwicklung unterscheidet sich je nach Versicherer und Tarif.