Berufsunfähigkeitsversicherung
Mit dem Schlimmsten möchte man nicht rechnen. Aber statistisch gesehen wird jeder vierte Arbeitnehmer vor Beginn der normalen Altersrente berufs oder erwerbsunfähig. Verfügen Sie für diesen Ernstfall über eine angemessene Absicherung? Viele sind sich über das Ausmaß der Versorgungslücke, die durch Berufsunfähigkeit entsteht, gar nicht bewusst. Die wenigsten Berufstätigen wissen, dass Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung niemals ausreichen, um den Lebensunterhalt zu sichern.
Menschen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden, erhalten im Falle ihrer Berufsunfähigkeit keine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Jüngeren müssen dann also eine wesentlich längere Zeit überbrücken und erhalten im besten Fall eine Rente wegen Erwerbsminderung.
Wer eine passende Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, steht oft hilflos einem Übermaß an Anbietern und verschiedenen Tarifen gegenüber. Lassen Sie Ihren Versicherungsschutz nicht zu einem Hindernisrennen der rund 100 Anbieter geraten.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Die BU-Rente sollte Ihren Lebensunterhalt vollständig decken, einschließlich laufender Fixkosten wie Miete, Kredite und Versicherungsbeiträge. Als grobe Orientierung gilt häufig ein Betrag zwischen sechzig und achtzig Prozent des aktuellen Nettoeinkommens, die individuell passende Höhe hängt aber von Ihrer persönlichen finanziellen Situation ab.
Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten
Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Unrichtige Angaben können im Leistungsfall zur Anfechtung des Vertrags führen. Eine anonyme Risikovoranfrage vor dem eigentlichen Antrag kann helfen, das Risiko einer Ablehnung oder eines Zuschlags vorab einzuschätzen.
Abstrakte Verweisung vermeiden
Manche ältere Tarife erlauben dem Versicherer, Sie im Leistungsfall auf einen anderen, vergleichbaren Beruf zu verweisen, den Sie trotz Erkrankung noch ausüben könnten, auch wenn Sie diesen tatsächlich nicht ausüben. Ein Verzicht auf diese abstrakte Verweisung ist bei modernen Tarifen Standard und sollte bei einem Vergleich unbedingt geprüft werden.
Nachversicherungsgarantie und Dynamik
Über eine Nachversicherungsgarantie lässt sich die vereinbarte Rente bei bestimmten Ereignissen, etwa Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserhöhung, ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Eine Dynamik erhöht die Rente und den Beitrag jährlich automatisch, um die Kaufkraft der Absicherung über die Zeit zu erhalten.
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung?
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente prüft, ob Sie überhaupt noch irgendeiner Tätigkeit nachgehen können, unabhängig von Ihrem erlernten Beruf. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung stellt dagegen auf Ihren zuletzt ausgeübten Beruf ab.
Ab wann zahlt die Versicherung?
Üblicherweise, sobald Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich für mindestens sechs Monate zu einem bestimmten Grad, meist ab fünfzig Prozent, nicht mehr ausüben können.
Kann ich die Rente später erhöhen?
Mit einer vereinbarten Nachversicherungsgarantie ist das bei bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich. Ohne diese Garantie ist eine Erhöhung meist nur mit neuer Gesundheitsprüfung möglich.